23. Juli 2012

Mal wieder ein kleines Quiz: "Eine Revolution der amerikanischen Wirtschaft steht bevor". Wodurch?

Über die wirtschaftliche Zukunft der USA ist seit gestern in der Internetausgabe einer großen deutschen Zeitung dies zu lesen:
... die USA haben sich in der Vergangenheit immer wieder neu erfunden, haben immer wieder gezeigt, dass sie aus Krisen letztlich gestärkt hervorgehen. Und es gibt Anzeichen, dass dies erneut gelingt, auch wenn sich das bisher die wenigsten vorstellen können.

Es sind bereits Entwicklungen im Gange, die das Zeug haben, Amerikas Wirtschaft und auch den weltweiten Handel zu revolutionieren. Noch werden diese Veränderungen nur von wenigen wahrgenommen. Sie könnten die USA aber binnen weniger Jahre zu einer neuen Erfolgsgeschichte für Unternehmen, Sparer und Anleger machen.
Worauf gründet der Autor, der dies schrieb, seinen Optimismus?
(A) Präsident Obamas 2009 verabschiedetes staatliches Wirtschaftsprogramm ARRA (American Recovery and Reinvestment Act), durch das bisher Gelder in Höhe von 764,5 Milliarden Dollar in die US-Wirtschaft gepumpt wurden, hat zu einer entscheidenden Verbesserung von deren Wettbewerbs­fähigkeit geführt. Ähnlich wie in Deutschland die Agenda 2010 hat dieses Programm die Grundlage für einen langfristigen Aufschwung geschaffen; auch wenn dieser erst jetzt mit Verzögerung einsetzen wird.

(B) Die USA profitieren gegenwärtig wie noch nie in ihrer Geschichte von der Einwanderung. Einerseits kommen qualifizierte und aufstiegsorientierte Einwanderer vor allem aus Asien; in Kalifornien beispielsweise sind die Asians an vielen Universitäten bereits die größte Gruppe von Studierenden. Andererseits wird die USA durch die illegale Einwanderung von Latinos mit billigen Arbeitskräften versorgt. Diese Verbindung von hoher Qualifikation in einem Teil der Bevölkerung mit der Verfügbarkeit billiger Arbeitskräfte aus einem anderen Teil ist die Grundlage des wirtschaftlichen Aufstiegs von China, Indien und Brasilien und wird jetzt auch den USA zugutekommen.

(C) Schon bald nach seinem Amtsantritt hat Präsident Obama mit der ökologischen Umgestaltung der amerikanischen Industriegesellschaft begonnen. Einer der führenden Theoretiker einer ökologischen Ausrichtung der US-Wirtschaft, Van Jones, Autor des Buchs The Green Collar Economy, wurde im März 2009 von Obama zum Sonderberater ernannt, um als wichtigster Mann des White House Council on Environmental Quality die Entwicklung regenerativer Energien und die Schaffung "grüner Jobs" in allen Bereichen der Wirtschaft zu koordinieren (siehe Barack Obamas Mann für's Grüne: "Umwelt- Evangelist" Van Jones als Schaltstelle für die Transformation der amerikanischen Wirtschaft; ZR vom 13. 5. 2009).

(D) In den USA hat in großem Stil der Abbau von Schiefergas und demnächst auch Schieferöl begonnen. Dadurch werden die amerikanischen Energiepreise drastisch sinken. Bereits jetzt beträgt der Preis von Erdgas, der 2008 bei zeitweilig 14 Dollar je Tausend Kubikfuß gelegen hatte, nur noch etwas unter 3 Dollar. Es wird erwartet, daß dies einerseits den Industriestandort USA entscheidend stärkt; anderer­seits werden die Verbraucher entlastet, wovon ein Anstieg der Konsumenten­nachfrage erwartet wird.
Die richtige Antwort finden Sie wie immer, zusammen mit weiteren Informationen, in Zettels kleinem Zimmer.
Zettel



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